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Einblick hinter die Kulissen eines Münsteraner Modelabels - Unser Besuch bei bayti hier

Vergangenen Monat durften Annika und Alex aus dem frau többen-Team einen Blick hinter die Kulissen des Münsteraner Modelabels bayti hier werfen und haben den Gründer:innen ein paar Fragen zu ihren Ideen, Zielen und Herausforderungen gestellt. Viel Spaß beim Lesen!  

frau többen: Hallo ihr drei! Schön, dass ihr euch die Zeit für uns genommen habt. Vielleicht könnt ihr euch kurz vorstellen?

Pia: Ich bin Pia, Mitgründerin des Labels bayti hier und ich freue mich heute mit euch dieses Interview machen zu dürfen.

Felix: Mein Name ist Felix, habe in Münster BWL studiert, bin jetzt seit drei Jahren dabei und mache alles Organisatorische bei bayti hier.

Aylin: Ich bin Aylin, die erste Auszubildende bei bayti hier und seit Anfang 2020 dabei.

frau többen: 2016 habt ihr euch gegründet. Erzählt doch mal, wie alles angefangen hat.

Pia: 2016 haben mein Cousin Michael (Michi) und ich, uns entschieden aufgrund der hohen Wahlergebnisse für die AfD eine Message zu senden - wir wollten es nicht einfach so hinnehmen und uns dagegen stellen. Wir wollten zeigen: Das ist nur ein kleiner Teil, der große Teil steht für ein offenes und multikulturelles Deutschland. Da ich sowieso gerne in meiner Freizeit nähe und schneidere und Michi den BWL-Hintergrund durch sein Studium hat, war die Idee für ein Modelabel geboren. Natürlich hatten wir anfangs überhaupt keinen Plan, wie sowas läuft und funktioniert, aber wir haben einfach angefangen.

Wir sind dann in Gievenbeck in ein Welcome-Cafe gegangen und haben nach Menschen gesucht, die schon Erfahrung im Schneiderhandwerk hatten oder sich anders einbringen könnten. Und da haben wir Ela und Mohammad aus Damaskus, Syrien, kennengelernt, die in ihrer Heimat bereits Schneider:innen waren. 

Und 2017 wurde bereits der Online Shop gelauncht.

frau többen: Wie ist der Name für das Label entstanden?

Pia: Anfangs wurden wir von einem Sprachstudenten aus Syrien unterstützt, da Ela und Mohammad noch nicht so gut deutsch sprachen und wir kein Wort arabisch. Gemeinsam haben wir dann gebrainstormt. Nach vielen Überlegungen und Ideen ist dann “bayti hier” entstanden. Eine Mischung aus beiden Sprachen, um die Verbundenheit zu zeigen und, dass jede:r willkommen ist und hier ein Zuhause finden soll. bayt bedeutet Haus und mit der Endung i dann “mein Zuhause”.

frau többen: Für was steht das Label? Was ist euer Motto?

Getreu nach unserem Motto “beyejmaana sawa - Gemeinsam vereint” stehen wir für kulturelle Offenheit, für eine offene Welt mit Zusammenhalt und ohne Fremdenfeindlichkeit und Hass.

frau többen: Wie entstehen eure Designs und wo lasst ihr produzieren?

Pia: Gestartet haben wir mit Rohlingen von Stanley/Stella, die fair und nachhaltig produziert werden. Unsere Print-Ideen entwickeln wir gemeinsam im Team. Bei diesen Meetings kann jeder etwas beisteuern, Kritik äußern und Anregungen geben. Unsere Ideen werden dann von einem selbstständigen Grafikdesigner im Haus umgesetzt. Bedrucken lassen wir die T-Shirts dann in Münster.

Felix: Wir probieren uns auch gerne aus. Wir arbeiten auch mit einer Produktionsstätte in Indien zusammen, die GOTS-zertifiziert und fair produziert ist. Dort setzen wir auch schon unsere eigenen Schnitte und Ideen um, was aber nicht immer gelingt. *lacht* und hält ein Kleid in die Luft. 

Wegen der langen Lieferwege arbeiten wir gerade auch noch mit den Rohlingen und wollen demnächst auch mit der Produktion in Portugal, in einer kleinen Näherei starten.

frau többen: Wo kann man eure Kleidung erwerben?

In unserem Online-Shop, bei frau többen und auf dem Markt in Münster.

frau többen: Wie setzt sich euer Team zusammen? Wie viele seid ihr?

Felix: 6 im Hauptteam, die regelmäßig bei den Teammeetings dabei sind. Darüber hinaus noch Leute, die immer mal wieder aktiv sind und gerne aushelfen, wenn es brennt. Der Zusammenhalt im Team ist super, es helfen immer gerne welche aus.

frau többen: Was war bisher eure größte Herausforderung?

Felix: Wahrscheinlich eine totale Standardantwort: Aber es war tatsächlich Corona. 

frau többen: Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Pia: Arabische Stoffe, die auch direkt von einem Markt in Ägypten stammten, waren lange unser Alleinstellungsmerkmal. Schön war vor allem, dass die Stoffe direkt von Menschen in ihrer Heimat ausgesucht wurden und unsere Designs eine limitierte Stückzahl hatten, weil der Stoff einfach irgendwann verbraucht war und nicht wieder zu beschaffen war, weil er eben von diesem Stoffmarkt in Ägypten stammte.

Durch unsere Weiterentwicklung sind es jetzt die Prints und Schriftzüge in arabischer, englischer und deutscher Sprache, die uns besonders machen.

Felix: Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass es die Vereinigung von westlichen Schnitten mit traditionell arabischen Schriften, Stoffen und Prints ist.

Pia: Was besonders schön ist, ist wenn man auf unsere Kleidungsstücke angesprochen wird und ins Gespräch kommt. Die Menschen freuen sich einfach zu erfahren, was hinter den Schriftzeichen und unserer Idee steckt.

frau többen: Welche Ziele habt ihr euch gesteckt?

Felix: Wir möchten unser Label weiterentwickeln. Als erstes steht ein Rebranding an, dann die Umsetzung einer sicheren und nachhaltigen Produktion in Portugal, mit der man lange zusammenarbeiten kann.

 

frau többen: Vielen Dank, dass ihr euch für uns und unsere Leser:innen die Zeit genommen habt! Viel Erfolg weiterhin :-)

 

Wir hoffen, euch hat dieser Beitrag gefallen. Wenn ihr Interesse an den Produkten habt, schaut gerne bei uns im Laden vorbei, wir führen momentan eine kleine Auswahl der Produkte in unserem Sortiment, zum Beispiel dieses T-Shirt: